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FRAUENPROJEKT 2017-12-09T10:15:17+00:00

Project Description

TEXTILWERKSTATT, FRAUENPROJEKT IN DEN DÖRFERN LACHIRI UND CHOLASHI, WEITERBILDUNG VON LEHRERINNEN

Vorgeschichte
Es gab keinen einzigen Webstuhl mehr im Tal. 2005 erhielt Pro Mestia Georgien in der Schweiz einen Handwebstuhl geschenkt, der transportiert, in einem Privathaus aufgestellt und gebraucht wurde. Das Interesse war da, es fehlte jedoch an Fachwissen.
Pro Mestia Georgien fand eine ausgewiesene Fachfrau, Textilgestalterin, Handweberin und Erwachsenenbildnerin in der Schweiz, die bereit ist, ihre Kenntnisse einzusetzen und Frauen und Kinder zu unterrichten. Seit 2007 leitet sie mit grosser Liebe die Textilwerkstatt. Es handelt sich um einen Monatskurs im Juni, der für alle interessierten Schulmädchen und Frauen offen ist. Manche kommen jahrelang. Die Frauen erweisen sich als geschickt, lernbereit und kooperativ.
Die Schulmädchen zeigen sich lernfreudig und konzentriert. Jeder Workshop umfasst über dreissig Teilnehmerinnen.

Ziele
Das Schwergewicht liegt auf Weben. Die beliebtesten Produkte sind Schals und Teppiche. Auch Stricken wird unterrichtet, Socken, Handschuhe, Pulswärmer, Mützen, Schals und Kindersachen sind nötig. Gross ist die Freude über die Nähmaschinen. Es stellt sich heraus, dass das Flicken von Kleidern ein grosses Bedürfnis ist. Auch das muss instruiert werden. Im Weiteren entstehen Taschen und Täschchen, Kissen, einfache Röcke und Schürzen.
Ziel ist, das Kunsthandwerk in Swanetien zu fördern und die Fertigkeit im textilen Bereich zu kultivieren. Vorläufig wird für den Hausgebrauch, später kann auch für Souvenirs für den Tourismus gearbeitet werden. Momentan jedoch ist das Bedürfnis nach warmen Wintersachen gross, weil es an Geld dafür fehlt.
Noch wird das traditionelle Filzen von einigen Frauen in manchen Dörfern gepflegt. Sie stellen vor allem die typischen swanischen Männerhüte her. Um die Mädchen mit dem Filzen auf anderer Ebene vertraut zu machen, entstehen farbige Filzblumen für Schmuck oder bunte Spielbälle für die Kindergärten der umliegenden Dörfer. Mit den Kindern werden einfache Arbeiten gemacht, die Freude bereiten und zum Einstieg ins textile Schaffen motivieren. Gleichzeitig werden Feinmotorik und Farbgefühl geschult.

Materialbeschaffung
Da es schwierig ist, in Georgien gutes Handarbeitsmaterial zu kaufen, wird das meiste aus der Schweiz mitgenommen. Das bedingt eine sorgfältige und aufwändige Planung. Seit den Anfängen sind immer wieder Webgeräte aller Art aus der Schweiz mitgebracht worden, ein zweiter grosser Handwebstuhl, zahlreiche Tischwebstühle, Bandwebinstrumente, kleine Kardmaschinen und Zubehör.

Schulung
Im September findet jeweils eine Weiterbildung für die örtlichen Verantwortlichen des Winterprojektes statt. Dabei geht es um wöchentliche Strickabende der am Sommerkurs beteiligten Frauen. Die soziale Komponente ist stark und wird von den Frauen sehr geschätzt – sie haben ihre Regeln und ihren Freiraum.
Seit mehreren Jahren werden auch Lehrerinnen für textiles Werken der Kunstschule für Kinder und der Weiterbildungsschule für Schulentlassene in Mestia gefördert. Seit 2017 kommen auch Lehrerinnen einer Fraueninitiative im entlegenen Dorf Phari zur Weiterbildung. Da es in Georgien keine Berufsschule für diese Fächer gibt, ist das Interesse daran lebhaft.

Um die Unkosten für Pauschalentschädigungen, Reise, Unterkunft, Verpflegung zu decken, werden weiterhin Spenderinnen und Spender gesucht.