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LANDWIRTSCHAFT 2017-12-09T10:16:48+00:00

Project Description

VERBESSERUNGEN IN DER LANDWIRTSCHAFT

Vorgeschichte
Pro Mestia Georgien hat in einer Retraite im Mai 2007 in Cholashi mit Fachleuten des biologischen Landbaues aus der Schweiz und aus Georgien Prioritäten für ein aufzubauendes Landwirtschaftsprojekt gesetzt. Dieses wird seither von einem starken Team georgischer Mitarbeiter geführt.
Ziel ist eine reichhaltigere Ernährung für Mensch und Tier und die Schonung der Umwelt. Es ist alarmierend, dass die biologische Vielfalt gesunken ist und in manchen Dörfern Ende Winter Ernährungsengpässe auftreten, was vor allem Kinder und ältere Menschen benachteiligt.

Weiterbildung
Es begann 2007 mit dem ersten Bienenkurs, es folgten Grundkurse für Biolandwirtschaft, Viehzucht und Geflügelhaltung in verschiedenen Dörfern Ober-Swanetiens. Einige Schulungen wenden sich speziell an Jugendliche. Mehrere hundert Personen haben daran teilgenommen. Wichtige Themen sind der Hausgarten, die Fruchtfolge, die Kartoffelkulturen und die Obstbäume. Die Trainings in Gruppen und nach individuellem Bedürfnis werden fortgeführt, Handouts ausgegeben, Monitorings abgehalten und Telefonauskünfte erteilt. Je nach Bedürfnis werden Spezialisten für die Schulungen beigezogen.

Fruchtfolge und Kartoffeln
Da die Regeln der Fruchtfolge nicht mehr eingehalten wurden, haben die Kartoffelkulturen gelitten. Kartoffeln aus Swanetien gelten als besonders gut. Ihre Ernte spielt bei der Versorgung für Mensch und Tier eine wichtige Rolle. 2008 fiel die Ernte in der Region sehr klein aus. Pro Mestia Georgien hat daraufhin Saatkartoffeln in die Dörfer gebracht. Die Beschaffung von Saatkartoffeln wurde 2016 in grösserem Massstab mit Erfolg wiederholt. Es wurden zahlreiche Dörfer miteinbezogen.

Landwirtschaftliche Genossenschaften
Neuerdings fördert der Staat landwirtschaftliche Genossenschaften. Die Georgischen Mitarbeiter von Pro Mestia Georgien kennen sich in den Formalitäten aus und es ist ihnen gelungen, in mehreren Dörfern landwirtschaftliche Genossenschaften zu gründen. Die Cooperative ist für die postsowjetische Gesellschaft nicht ganz einfach zu  akzeptieren, es braucht Überzeugungsarbeit, und klare Vereinbarungen der Zusammenarbeit.

Obst- und Walnussbäume, Beerenkulturen
Obstgärten und Nussbäume helfen auch Erosion verhindern. Es wurden hunderte von Bäume gepflanzt. Erdbeeren und Gojibeeren gedeihen besonders gut.

Verbesserung der Ernährung
Die Bevölkerung lebt fast ausschliesslich von Selbstversorgung. Jeder Haushalt verfügt über einen Gemüsegarten. Dieser ist Sache der Frauen. Alle sorgen sich selbständig um die Samen für das kommende Jahr. Hier gibt es Engpässe. „Pro Mestia Georgien“ wurde in der Vergangenheit immer wieder um Gemüsesamen angefragt und konnte grosszügig aushelfen, neue Sorten einbringen und somit die Vielfalt fördern.

Verlängerung der Vegetationszeit durch Gewächshäuser – eine Erfolgsgeschichte
Seit 2010 baut “Pro Mestia Georgien” normierte Gewächshäuser (2,5 x 7 m) in fast allen Dörfern Ober-Swanetiens. Inzwischen stehen fast zweihundert Stück und die Nachfrage ist nach wie vor gross. Die Bauern liefern das Bauholz, helfen beim Bau mit und erhalten Instruktionen, Samen und Setzlinge für den Start. Eine fortlaufende Betreuung garantiert die Nachhaltigkeit.

Zunehmender Tourismus
In den letzten Jahren sind vor allem in Mestia Gästehäuser in grosser Zahl entstanden. Diese Familien können sich oft nicht mehr um Pflanzgärten kümmern und müssen das Gemüse einkaufen. Aus diesem Grund werden seit 2016 unten im Tal, wo es kaum Tourismus gibt, grosse Gewächshäuser 6 x 24 m gebaut. Das Gemüse, es handelt sich vor allem um Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika und Gewürzkräuter, kommt in die Läden nach Mestia. Ein lokaler Markt entsteht und ersetzt mehr und mehr die Importe aus der Türkei.